Sie befinden sich hier: StartseiteBuchen / Kundeninformationen / Gefahrgut + Abfall 

Gefahrgut + Abfall

Gefahrgut

Allgemeines
CargoBeamer übernimmt die Beförderung von Sattelauflieger mit Gefahrgut, das gemäß dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Straße und Schiene (ADR/RID) zugelassen ist, ausgeschlossen sind die Gefahrgutklassen

  • 1-Explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff
  • 7-Radioaktivität.
Es ist sicher zu stellen, dass die Ladeeinheiten gemäß dem Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Straße und Schiene (ADR/RID) korrekt an CargoBeamer übergeben werden.

Anlieferung / Abholung
Gefahrgut darf erst am Abfahrtstag angeliefert werden und ist am Ankunftstag abzuholen, da in den Terminals in aller Regel keine Möglichkeit zur Lagerung besteht.

Kennzeichnung der Sattelauflieger

Seit dem 1.1.2011 schreibt das RID vor das Sattelauflieger mit Gefahrgut entweder vorne und hinten mit einer orangefarbenen Warntafel oder an beiden Längsseiten mit den entsprechenden Großzetteln (Placards) gekennzeichnet werden muss (1.1.4.4.3 RID).

Abfall

Allgemeines
Auch die meisten Abfälle können im Kombinierten Verkehr befördert werden. Dabei müssen die abfallrechtlichen Vorschriften und - falls es sich bei dem zu befördernden Abfall auch um Gefahrgut handelt - ebenfalls die Gefahrgutvorschriften beachtet werden.

Deutschland
Mit der Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts (KrWG) ab 01. 06 2012 haben Sammler, Beförderer, Händler und Makler von Abfällen die Tätigkeit ihres Betriebes vor Aufnahme der Tätigkeit der zuständigen Behörde anzuzeigen. Das neue KrWG unterscheidet nur nach der Gefährlichkeit der Abfälle. Es gibt dann in Deutschland keine Abfälle mehr die ohne Anzeige oder Erlaubnis befördert werden dürfen.

Italien
Rückverfolgbarkeit der Abfälle - SISTRI
Die zur Anwendung des SISTRI verpflichteten Subjekte wurden mehmals neu definiert.

Das SISTRI ist für folgende Subjekte Pflicht:

  • Körperschaften und Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, Ersterzeuger von gefährlichen Sonderabfällen aus den folgenden Tätigkeiten:
  • Landwirtschaft und Agroindustrie, professionelle Fischerei und Aquakultur
  • Abbruch-, Bau- und Erdbewegungstätigkeiten
  • industrielle Verarbeitungen
  • handwerkliche Verarbeitungen
  • Handelstätigkeiten
  • Dienstleistungstätigkeiten
  • Tätigkeiten aus dem Sanitätsbereich   
     
  • Körperschaften und Unternehmen, Ersterzeuger von gefährlichen Sonderabfällen, welche die Abfälle zwischenlagern;
  • Körperschaften und Unternehmen, welche gewerbsmäßig gefährliche Sonderabfälle transportieren, einschließlich ausländische Frächter, welche auf dem italienischen Gebiet tätig sind;
  • Körperschaften und Unternehmen, welche gefährliche Haus- und Sonderabfälle behandeln, verwerten, entsorgen, handeln oder vermitteln, einschließlich "neue Erzeuger", welche gefährliche Abfälle behandeln oder erzeugen;
  • im Falle von Intermodal-Transporten, jene Subjekte, welchen die gefährlichen Sonderabfälle bis zur Übernahme von Seiten der Schiffs- oder Eisenbahnunternehmen oder des nachfolgenden Transportunternehmens anvertraut werden;
Erzeuger, Bewirtschafter, Vermittler und Händler von anderen als den oben genannten Abfällen, können auf freiwilliger Basis dem SISTRI beitreten.

Verpflichtende Termine für die Inbetriebnahme von SISTRI:
  • 1. Oktober 2013 für Körperschaften und Unternehmen, welche gefährliche Sonderabfälle gewerbsmäßig sammeln oder transportieren einschließlich ausländische Transporteure, welche Abfalltransporte innerhalb des italienischen Staatsgebietes oder grenzüberschreitende Abfalltransporte die vom italienischen Staatsgebiet aus starten, oder gefährliche Abfälle behandeln, wiederverwerten, entsorgen, vermitteln oder handeln, einschließlich neue Erzeuger;
  • 3. März 2014 für Ersterzeuger von gefährlichen Abfällen.

Bis zum 31. Dezember 2015
  • müssen weiterhin Abfallerkennungsschein und Abfallregister geführt werden;
  • werden die für SISTRI vorgesehenen Sanktionen nicht angewendet mit Ausnahme, ab 1. April 2015, von:  fehlende Eintragung in das SISTRi sowie Nichteinzahlung der jährlichen Beiträge
  • werden weiterhin die für Abfallerkennungsschein und Abfallregister vorgesehenen Sanktionen angewendet.
Die zur Anwendung des SISTRI verpflichteten Subjekte müssen innerhalb 30. April 2015 den jährlichen Beitrag einzahlen und SISTRI die Eckdaten der erfolgten Einzahlung ausschließlich über das Portal des SISTRI in der sogenannten "AREA GESTIONE AZIENDA" mitteilen.

Die im SISTRI bereits eingetragenen Subjekte, welche nicht mehr SISTRI-verpflichtet sind, müssen den jährlichen Beitrag NICHT zahlen, auch wenn das Verfahren für die Streichung der Eintragung noch nicht eingeleitet oder abgeschlossen wurde.

Ladungssicherung und Kontrolle

Mit der Übergabe des Sattelaufliegers garantiert der Kunde, dass darin geladene Gut, die Anforderungen erfüllen die für den sicheren Kombinierten Verkehr verlangt werden.
Unter dem Begriff „sicher“ ist insbesondere zu verstehen, dass der Zustand des Sattelaufliegers und ihres Gutes einen sicheren Transport erlaubt. Flüssigkeiten oder Güter mit bestimmten Temperaturerfordernissen müssen in geeigneten Sattelaufliegern transportiert werden.
Die Verpackung und die Ladungssicherung müssen mit den ADR/RID Vorschriften übereinstimmen. Es sind die Vorschiften des ADR Absatzes 7.5.7.1 einzuhalten, wenn die Ladung laut der Norm EN 12195- 1:2010 (anwendbar für die Auslegung verschiedener Sicherungsverfahren zur Ladungssicherung für den Landtransport durch Straßenfahrzeuge oder Anhänger) gesichert ist. Für kombinierte Verkehre mit einem maritimen Teil müssen die IMO/ILO/UNECE Richtlinien für das Packen von Ladung in Beförderungseinheiten beachtet werden.
Hiermit soll eine Gefährdung oder Verunreinigung (Inhaltsverlust, Austritt von Dampf, Geruch) durch nicht ordnungsgemäß verschlossene Ausläufe oder offene Domdeckel während des Bahntransportes vermieden werden.

Wenn der sattelauflieger nicht den Versandbestimmungen entspricht, müssen die Mängel vor der Einfahrt in das Terminal behoben werden, ansonsten wird die Annahme des Sattelaufliegers durch das Terminal verweigert.
Sattelauflieger werden dem Strassenabholer erst übergeben, wenn dessen Identität gemäß den Prozeduren im Terminal geprüft (1.10 ADR/RID). Außerdem können zusätzliche Kontrollen vom Terminalbetreiber durchgeführt werden, insbesondere die Zulassungsbescheinigung Sattelaufliegers / des Fahrzeuges, die ADR-Schulungsbescheinigung des Fahrers und das Vorhandensein der schriftlichen Weisung im Fahrzeug.

Angaben bei der Versendung von Gefahrgut

Gemäß ADR/RID 5.4 müssen die folgenden Angaben mitgeteilt werden, entweder mit der Buchung oder spätestens bei Anlieferung des Sattelaufliegers am Terminal.

Regelungen für alle Klassen

  • Die Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr vor der UN Nummer bei der Beförderung von Stoffen in Tankcontainern, Tankfahrzeugen, MEGC oder Stoffen in loser Schüttung in Containern (nur RID);
  • Die UN-Nummer des Gutes mit den Buchstaben UN vorangestellt;
  • Offizielle Benennung des Gutes ggf. ergänzt durch die technische Benennung in Klammern (Sondervorschriften (SV) 61 und 274);
  • Ggf. ergänzt durch Angaben weitere Sondervorschriften (zum Beispiel 640, 645…);
  • Außer bei Klasse 7, die Nummern der Gefahrzettelmuster nach Spalte 5 der Tabelle 3.2.A bzw. nach SV der Spalte 6. Sind mehrere Gefahrzettel angegeben, dann sind die nach der ersten in Klammern anzugeben. Wenn kein Gefahrzettelmuster angegeben ist, muss die Klasse eingetragen werden;
  • Ggf. die Verpackungsgruppe, der die Buchstaben „VG“ vorangestellt werden dürfen;
  • Wenn ein Stoff der den Klassifizierungskriterien des Absatzes 2.2.9.1.10 entspricht, muss im Beförderungspapier der zusätzliche Ausdruck „UMWELTGEFÄHRDEND“ angegeben sein. Diese Vorschrift gilt nicht für die UN-Nummern 3077 und 3082 und für die in Absatz 5.2.1.8.1 aufgeführten Ausnahmen;
  • Angabe, die den Bestimmungen jedes Sonderabkommens entspricht;
  • Für den Transport von Versandstücken: Anzahl und Beschreibung der Versandstücke; die Gesamtmenge jedes gefährlichen Gutes mit unterschiedlicher UN-Nummer, unterschiedlicher Bezeichnung oder unterschiedlicher Verpackungsgruppe (als Volumen, Brutto- oder Nettomasse);
  • Begrenzte Menge: Angabe der Bruttomasse.

Zusätzliche Regelungen für Klasse 2 (5.4.1.2.2d RID)
Für Kesselwagen und Tankcontainer mit tiefgekühlt verflüssigten Gasen hat der Absender die nachstehende Erklärung in den Frachtbrief einzutragen: „DER BEHÄLTER IST SO ISOLIERT, DASS SICH DIE SICHERHEITSVENTILE
NICHT VOR DEM ... ÖFFNEN KÖNNEN“.

Zusätzliche Regelungen mit einer Seebeförderung
Wenn dem Transport einer LE eine Seebeförderung folgt oder vorausgeht, ggf. zusätzliche Vorschriften für den Transport: „BEFÖRDERUNG NACH ABSATZ 1.1.4.2.1“.

Zusätzliche Regelungen für Abfallbeförderung
Das Wort „ABFALL“ ist der offiziellen Benennung des Stoffes voranzustellen, außer es ist Bestandteil der offiziellen Benennung (5.4.1.1.3).

Zusätzliche Regelungen für leere, ungereinigte LE/Versandstücke
Für leere Umschließungsmittel anderer Klassen als der Klasse 7 und Gefäße für Gase mit einem Fassungsraum vom mehr als 1000 l lautet die Angabe: „LEER UNGEREINIGT“ (5.4.1.1.6.1). Für leere Verpackungen anderer Klassen als der Klasse 7 und Gefäße für Gase mit einem Fassungsraum von höchstens 1000 l lautet die Angabe: Art der Verpackung der das Wort „LEERE(R)“ vorangestellt wird (5.4.1.1.6.2.1).

Zusätzliche Regelungen für Stoffe, die als Kühl- und Konditionierungsmittel verwenden werden (ADR/RID 5.5.3.7.1)
Bei der Beförderung von Containern, die gekühlt oder konditioniert sind, muss die UN Nummer mit den Buchstaben UN vorangestellt und die im Kapitel 3.2 Tabelle A Spalte 2 angegebenen Benennung gefolgt vom dem Ausdruck „als Kühlmittel“ oder „als Konditionierungsmittel“ im Beförderungspapier angegeben werden. Beispiel: UN 1845 KOHLENDIOXID, FEST, ALS KÜHLMITTEL

Zusätzliche Regelungen für die umweltgefährdende Stoffe
Wenn ein Stoff der Klassen 1 bis 9 den Klassifizierungskriterien des Absatzes 2.2.9.1.10 entspricht, muss im Beförderungspapier der zusätzliche Ausdruck „UMWELTGEFÄHRDEND“ oder „MEERESSCHADSTOFF/UMWELTGEFÄHREND“ angegeben sein. Diese zusätzliche Vorschrift gilt nicht für die UN-Nummer 3077 und 3082 und für die in Absatz 5.2.1.8.1 aufgeführten Ausnahmen. Für Beförderungen in einer Transportkette, die eine Seebeförderung einschließt, ist anstelle der Angabe „UMWELTGEFÄHRDEND“ die Angabe „MEERESSCHADSTOFF“ zugelassen.

Quelle: UIRR Gefahrgutinfo 2013